index

Wie macht sich eine Verletzung des hinteren Kreuzbands bemerkbar?

Das hintere Kreuzband, kurz HKB ist ein starkes Band, das sich im Inneren des Kniegelenks befindet. Es gehört zusammen mit dem vorderen Kreuzband zu den wichtigsten Stabilisatoren des Knies. Das hintere Kreuzband verläuft schräg von der Rückseite des Schienbeins nach oben zum Oberschenkelknochen. Durch seine Lage im Zentrum des Kniegelenks bildet es zusammen mit dem vorderen Kreuzband eine Art „Kreuz“, das dem Gelenk Stabilität in viele Richtungen gibt.

Funktion die Hauptaufgabe des hinteren Kreuzbands ist es, das Knie nach hinten zu stabilisieren. Es verhindert, dass sich das Schienbein zu weit nach hinten gegenüber dem Oberschenkel verschiebt. Zusätzlich hilft es dabei, Drehbewegungen im Knie zu kontrollieren, besonders in gebeugter Stellung zwischen 90 und 120 Grad. Das HKB arbeitet dabei eng mit Muskeln, Menisken und anderen Bändern zusammen, um das Knie im Alltag belastbar und beweglich zu halten.

Vergleich zum vorderen Kreuzband im Vergleich zum vorderen Kreuzband ist das hintere kräftiger und reißt daher seltener. Trotzdem kann es verletzt werden – etwa bei Autounfällen, Stürzen aufs gebeugte Knie oder durch starke Krafteinwirkung beim Sport. Solche Verletzungen machen weniger als 20 % aller Bandverletzungen im Knie aus, können aber gravierende Folgen haben. Unbehandelt kann es zu dauerhafter Instabilität, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen kommen. Langfristig kann sich daraus sogar eine Arthrose entwickeln, also ein Gelenkverschleiß.

Herausforderungen bei der Diagnose weil das hintere Kreuzband von der umliegenden Muskulatur teilweise „ersetzt“ werden kann, bleibt eine Verletzung manchmal unbemerkt. Betroffene spüren eventuell keine starken Beschwerden oder suchen erst spät medizinische Hilfe auf. Das kann eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung erschweren.

Still und unterschätzt

Wie äußert sich eine Verletzung des hinteren Kreuzbands?

Die Symptome einer Verletzung des hinteren Kreuzbands (HKB) können sehr unterschiedlich ausfallen – je nachdem, wie schwer die Verletzung ist (Teilriss oder vollständiger Riss) und ob sie sich in der akuten oder bereits chronischen Phase befindet.

Akute Beschwerden wie Schmerzen im hinteren Bereich des Knies treten häufig direkt nach dem Unfall auf. Es kann schnell zu einer Schwellung und einem Gelenkerguss kommen, wobei sich das Blut teilweise in die Kniekehle zurückzieht. Die Beweglichkeit ist eingeschränkt, das Strecken und Beugen fällt schwer. Viele Betroffene berichten von einem Instabilitätsgefühl, als würde das Knie „nachgeben“. Manchmal zeigt sich ein Bluterguss im hinteren Bereich. Ein hörbares Knallgeräusch ist möglich, aber seltener als bei vorderen Kreuzbandrissen.

Chronische Beschwerden wie anhaltende Schmerzen, wiederkehrende Schwellungen und Unsicherheit beim Gehen können sich im Laufe der Zeit entwickeln. Besonders beim Treppensteigen oder Gehen bergab fällt das Instabilitätsgefühl auf. Manchmal bleibt die Streckfähigkeit eingeschränkt, und es können mechanische Geräusche („Quietschen“) auftreten.

Abhängig vom Schweregrad der Verletzung (Teilruptur vs. vollständiger Riss) unterscheiden sich die Symptome deutlich. Bei Teilrissen sind Beschwerden oft milder und schwieriger zu erkennen. Die klinische Untersuchung, insbesondere der hintere Schubladentest, ist dann besonders wichtig. Ein kompletter Riss führt zu deutlich sichtbarer Instabilität und Einschränkung der Belastbarkeit. Solche Rupturen treten oft zusammen mit anderen Bandverletzungen auf.

Funktionelle Einschränkungen im Alltag sind häufig: Unsicherheit beim Gehen auf unebenem Gelände, Schwierigkeiten beim Treppensteigen, Knien oder Hocken. Viele entwickeln ein verändertes Gangbild, etwa ein Gehen mit leicht gebeugtem Knie. Sportarten mit schnellen Richtungswechseln oder Sprüngen sind stark eingeschränkt. Eine zu frühe Rückkehr zum Sport erhöht das Risiko für eine erneute Verletzung.

Begleitverletzungen sind bei HKB-Rupturen häufig. Dazu gehören Schäden an der posterolateralen Ecke (PLC), an den Menisken, an der Knorpelfläche sowie an anderen Bändern wie VKB, MCL oder LCL. Diese Verletzungen verschärfen Instabilität und Beschwerden. Unbehandelte Mehrbandverletzungen können zu dauerhaften Schäden und Arthrose führen.

Die Vielzahl möglicher Symptome und Begleitverletzungen zeigt, wie wichtig eine umfassende Diagnostik und eine gezielte Behandlung sind. Eine sorgfältige Anamnese, klinische Untersuchung und Bildgebung sind entscheidend für eine erfolgreiche Therapie und eine möglichst vollständige Wiederherstellung der Gelenkfunktion.

Pflanzenkraft für Knie und Gelenke

Bei einer Verletzung des hinteren Kreuzbands kann der Yang Naturbalsam die Regeneration auf natürliche Weise unterstützen. Die Gebirgs-Angelikawurzel wirkt entzündungshemmend, fördert die Durchblutung und hilft, Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen zu lindern. Die Süßholzwurzel bringt zusätzlich eine beruhigende Komponente ein, mindert Schwellungen und unterstützt durch ihre harmonisierende Wirkung die Kombination der Kräuter. Die Rote Pfingstrosenwurzel regt den Blutfluss an, hilft, Blockaden zu lösen und trägt zur Schmerzlinderung bei – besonders hilfreich bei Instabilitätsgefühlen im Knie. Ergänzt wird die Rezeptur durch die Chinesische Enzianwurzel, die durch ihre kühlende Wirkung Verspannungen im Kniebereich lösen kann. Gemeinsam entfalten diese Kräuter eine wohltuende Wirkung auf Muskeln, Sehnen und Gelenke. Der Balsam unterstützt so gezielt die Rehabilitationsphase nach einer HKB-Verletzung – ganzheitlich, sanft und kraftvoll zugleich.

Bewegung, Stabilität und Reha

Konservative Therapie beim hinteren Kreuzbandriss

Nicht jede Verletzung des hinteren Kreuzbands muss operiert werden. Besonders bei einem Teilriss oder wenn das Band zwar gerissen ist, das Knie aber trotzdem noch relativ stabil bleibt, kann eine Behandlung ohne Operation sinnvoll sein. Das gilt vor allem für Menschen, die nicht sehr sportlich aktiv sind oder bereit sind, ihr Bewegungsverhalten anzupassen. Frische, nicht zu schwere Verletzungen können oft von selbst gut heilen – vor allem, wenn die Betroffenen bei der Reha gut mitarbeiten. Gleich nach der Verletzung wird das Knie in der Regel ruhiggestellt, damit Schwellungen und Schmerzen zurückgehen können. Dafür wird eine spezielle Schiene verwendet, die das Schienbein daran hindert, nach hinten zu rutschen – die sogenannte PTS-Schiene. Sie wird meist für etwa sechs Wochen getragen. Zusätzlich helfen Gehhilfen wie Unterarmstützen dabei, das Bein zu entlasten.

🦵 Wie Bewegung und Training unterstützen kann
Sobald das Knie etwas zur Ruhe gekommen ist und die stärksten Schmerzen und Schwellungen abgeklungen sind, beginnt die eigentliche Reha. Der Körper braucht Bewegung, um heilen zu können – das gilt auch für verletzte Bänder. Durch gezielte Übungen wird nicht nur die Beweglichkeit des Knies langsam wieder aufgebaut, sondern auch die Durchblutung gefördert. Das hilft den geschädigten Strukturen dabei, sich zu regenerieren. Zu Beginn stehen einfache Maßnahmen wie Kühlung, Hochlagern und leichte Mobilisation im Vordergrund. Dann folgen schonende Bewegungsübungen, die dafür sorgen, dass das Knie nicht steif wird. Wichtig ist, das Band nicht zu überfordern – daher wird in der Physiotherapie sehr genau darauf geachtet, wie weit das Knie belastet werden darf. Schritt für Schritt kommt dann Krafttraining hinzu: vor allem für die Oberschenkelmuskulatur, die eine tragende Rolle bei der Stabilisierung des Knies übernimmt. Auch Koordination, Gleichgewicht und Reaktionsfähigkeit werden trainiert. Diese Fähigkeiten sorgen dafür, dass das Knie sich wieder sicher und kontrolliert anfühlt – sowohl im Alltag als auch beim Sport. Jede Übung wird dabei der jeweiligen Heilungsphase angepasst, damit die Strukturen Zeit zur Erholung haben. Das schrittweise Vorgehen macht die Reha nicht nur effektiver, sondern auch sicherer.


💪 Diese Muskeln stabilisieren das Knie
Muskeln übernehmen im Körper oft eine schützende Funktion – auch wenn ein Band verletzt ist. Beim hinteren Kreuzband ist das besonders wichtig: Der vordere Oberschenkelmuskel, auch Quadrizeps genannt, kann helfen, das Schienbein in der richtigen Position zu halten. So kann er einen Teil der Arbeit des verletzten Bands übernehmen. Deshalb ist es ein zentrales Ziel der Therapie, diesen Muskel gezielt zu stärken. Auch die rückseitige Oberschenkelmuskulatur – die sogenannten Hamstrings – spielt eine Rolle für die Stabilität. Sie wird anfangs jedoch nur vorsichtig trainiert, damit das Kreuzband nicht durch Zugkräfte zusätzlich gereizt wird. Je nach Heilungsverlauf kommen dann immer mehr Übungen dazu, die auch typische Alltagsbewegungen vorbereiten: etwa das sichere Gehen auf unebenem Boden, Treppensteigen oder schnelles Anhalten beim Gehen. Die Belastung wird dabei langsam gesteigert. Das bedeutet: Der Schwierigkeitsgrad der Übungen nimmt zu, sobald das Knie bereit dafür ist. Diese langsame, aber gezielte Steigerung schützt das Knie und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Muskulatur zuverlässig aufbaut – eine wichtige Voraussetzung für dauerhafte Stabilität.


👐 Was Osteopathie zusätzlich bewirken kann
Neben der klassischen Physiotherapie kann auch die Osteopathie eine sinnvolle Ergänzung sein. Der Ansatz ist hier ganzheitlich: Das bedeutet, der Körper wird nicht nur am Ort der Verletzung behandelt, sondern im Zusammenhang mit dem gesamten Bewegungsapparat. Denn eine Verletzung im Knie kann sich auf viele andere Bereiche auswirken – etwa auf die Hüfte, den Rücken oder sogar auf die Haltung. Osteopathische Techniken helfen dabei, Verspannungen und Fehlbelastungen zu lösen. Gerade nach einer längeren Ruhigstellung kommt es oft zu ungünstigen Ausweichbewegungen oder Haltungsveränderungen, die das Knie zusätzlich belasten. Hier kann die Osteopathie dabei helfen, die natürlichen Bewegungsabläufe wiederherzustellen. Auch wenn es bislang nur wenige wissenschaftliche Studien zur Osteopathie bei Kreuzbandverletzungen gibt, berichten viele Betroffene von positiven Erfahrungen – etwa einer besseren Beweglichkeit, weniger Schmerzen oder einem insgesamt ausgeglicheneren Körpergefühl.