Das Karpaltunnelsyndrom ist eine Nervenerkrankung, die durch die Einengung des Nervus medianus im Handgelenk entsteht. Der Karpaltunnel ist ein schmaler Kanal im Bereich der Handwurzel, durch den wichtige Nerven und Sehnen verlaufen. Dieser Nerv steuert die Sensibilität und Feinmotorik von Daumen, Zeige-, Mittel- und teilweise vom Ringfinger. Jede Bewegung des Handgelenks und der Finger erzeugt Spannungen und Gleitbewegungen innerhalb des Karpaltunnels. Stellen Sie sich den Karpaltunnel wie einen Tunnel mit vielen Kabeln (Sehnen und Nerven) vor. Bei jeder Bewegung ziehen und gleiten diese Kabel aneinander. Dieser Nerv ist dabei besonders anfällig für Druckbelastungen. Wenn der Nerv im Karpaltunnel, eingeklemmt oder gedrückt wird, kann dies Schmerzen, Taubheitsgefühle und Einschränkungen der Handbeweglichkeit verursachen. Je länger das Karpaltunnelsyndrom unbehandelt bleibt, desto höher ist das Risiko einer Nervenschädigung. In fortgeschrittenen Stadien treten nicht nur stechende oder brennende Schmerzen, sondern auch Ruheschmerzen auf also Beschwerden, die selbst ohne Belastung vorhanden sind. Durch die schmerzhafte Schonhaltung werden die Muskeln schwächer und verkürzen sich, was die Beweglichkeit weiter einschränkt. Das Karpaltunnelsyndrom kann grundsätzlich jeden betreffen, doch bestimmte Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko. Besonders gefährdet sind Menschen, die wiederholte Handbewegungen ausführen, etwa Büroangestellte, Handwerker, Musiker oder Kassierer. Frauen erkranken häufiger als Männer, vor allem während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, da hormonelle Veränderungen zu Wassereinlagerungen führen können, die den Druck auf den Nerv erhöhen. Auch mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, da Verschleißerscheinungen und Gewebeveränderungen im Handgelenk häufiger auftreten.